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Messor ebeninus

Allgemeines über diese Art

Da man recht wenig Information zu dieser Art findet, möchte ich hier mal einige Informationen weitergeben, die ich bei meinen Recherchen gefunden habe.
Das Verbreitungsgebiet dieser Art erstreckt sich von Ägypten über Israel,Libanon bis Syrien. Die Arbeiterinnen sind polymorph mit einer Größe von 3,5 bis 10,5 mm. Kolonien sind dabei strikt monogyn und können bis zu 100.000 Arbeiterinnen groß werden. Wie bei allen Messor Arten wird ein Großteil der Ernährung durch Samen gestellt.

Die folgenden Daten stammen aus einer Veröffentlichung bei der nur Messor ebeninus in Libanon beobachtet wurden. Das Verhalten kann also in anderen Gegenden abweichen. Schwarmflug wurde im November und Dezember beobachtet. Dabei findet der Schwarmflug oft nach heftigen Regenfällen statt und Männchen und Weibchen finden sich während des Fluges, Paarung findet aber auf dem Boden statt. Trotzdem werden die ersten Eier Ende Februar/Anfang März gelegt. Arbeiterinnen sind den ganzen Winter über ausserhalb des Nest aktiv. Im Winter tagsüber und im Sommer nachts. Das Temperatur Optimum mit den meisten fouragierenden Arbeiterinnen wurde mit 16°C bis 24°C angegeben mit einer Spitze bei 22°C. Generell wurde bei Temperaturen zwischen 8°C und 32°C Aktivität festgestellt. Die letalen Temperaturen liegen bei 2°C bzw. 45°C, wobei größere Arbeiterinnen extreme Temperaturen besser verkraften. Soviel zu den gesammelten Daten.

Mein Versuch einer Haltung

Wollte es dann einmal selbst mit der Haltung probieren. Anfang Februar 2008 kam die Königin an, noch ohne Eier. Diese wurden jedoch recht schnell gelegt und weiter passierte erstmal garnichts. Selbst im April waren nur Eier zu sehen. Bei genauerer Beobachtung konnte man sehen, dass mal mehr Eier vorhanden waren, mal weniger, Larven aber gab es nie zu sehen. Diese Beobachtung hat mich dazu gebracht etwas mit den Haltungsbedinungen zu experimentieren. Verschiedenes Futter wurde angeboten, welches zum Teil auch angenommen wurden. Gründungskammer mit Erde, größere Kammer, kleinere Kammer. Kälter, wärmer, trockener, feuchter. Über einen Monat komplett ohne Erschütterung und Licht in Ruhe gelassen. Hat alles nicht genutzt: mehr als Eier gab es nie.

Versuch: Pushen
Irgendwann im August hat es mir dann gereicht. Kann mir das seltsame Verhalten nur dadurch erklären, dass die Königin unbegattet ist, wollte aber dennoch nicht aufgeben und so versuchte ich es mit pushen. Vielleicht würden die ersten Arbeiterinnen es schaffen aus Eier die ersten Larven aufzuziehen.
Und so gab ich meiner Königin ein paar Larven und eine Puppe von meinen Messor alexandri dazu. Hat mich gefreut, dass diese umgehend aktzeptiert wurden. Die Larven wurden auch gefüttert und es wurden Puppen draus, welche sich dann auch langsam braun färbten ... Zeichen für das bevorstehende Schlüpfen. Pustekuchen! Nix zu sehen von neuen Arbeiterinnen, sondern nur ein paar Leichenteile.
Nächster Versuch mit Messor barbarus. Auch hier wurden Puppen angenommen und wieder kurz nach dem Schlupf aufgefressen. Auch eine frisch geschlüpfte Arbeiterin, die schon auf den eigenen Beinen stehen konnte wurde attackiert und getötet.

Versuch: Kühlschrank
Der (vorerst) letzt Versuch. Sowohl die Königin als auch eine Messor barbarus Arbeiterin wurden getrennt im Kühlschrank bei etwa 7°C kalt gestellt. Nach 30 Minuten wurden sie zusammen gesetzt und blieben weitere 2 Tage im Kühlschrank. Anschließend wurden sie rausgeholt und weiter bei Raumtemperatur gehalten. Das Experiment schien geglückt. Auch mehrere Tage später lebte die Arbeiterin friedlich mit der Königin zusammen und ein erster Samen wurde schon eingetragen. Ob es jetzt mit der Koloniegründung klappt? Ich bezweifel es, aber nächstes Jahr werden wir mehr wissen. Erstmal wurde es Zeit für die Winterruhe.

Ankunft
Mit M. alexandri Brut
September 08
mit Arbeiterin

Ende

Anfangs verlief die Winterruhe ganz normal. Etwa zur Hälfte starb dann allerdings die eine Arbeiterin. Pünktlich nach 3 Monaten Winterruhe habe ich dann auch die Königin wieder rausgeholt. Leider verstarb sie ein paar Tage später. Schade ... der Versuch aus einer wohl unbegatteten Königin eine Kolonie zu ziehen ist gescheitert. Auch so kann es laufen.