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Myrmica rubra



Myrmica rubra oder auch als die rote Gartenameise bekannt. Eine einheimische Art, die leicht zu halten ist mehrere Königinnen besitzt und mit ihrem Stachel auch gut verteidigen kann. Rundum interessante Tiere, die auch Anfänger in der Ameisenhaltung problemlos halten können.

Insgesamt ist es eine sehr weit verbreitete Ameise, die bis hoch nach Finnland und Schweden vorkommt. Dabei sind sie nicht sehr anspruchsvoll an ihre Umwelt und haben es sich sogar in Städten gemütlich gemacht. Besonders häufig kommen sie in Gärten und Wiesen vor, aber auch im Laubwälder fehlen sie nicht. Am liebsten mögen sie allerdings feucht, sehr trockene Gegenden werden dann doch gemieden. Ihre Nester bauen sie in die Erde oder in morsches Holz.
Diese Art ist polygyn (besitzt mehrere Königinnen), so dass in Extremfällen schon bis zu 600 Königinnen in einem Nest gezählt wurden. Der Durchschnitt liegt jedoch bei etwa 15. Bei den Arbeiterinnen sind es so um die 1000 Stück, aber auch hier können es im Extremfall bis zu 20.000 werden. Weiterhin interessant bei dieser Ameise ist das Auftreten so genannter Mikro- und Makro-gynen. Hinter diesen Begriffen verbirgen sich zwei verschiedene Arten von Königinnen, einmal kleine(Mikro) und Große. Die anwesenheit der Mikrogynen lässt darauf schließen, dass die Begattung auch direkt im Nest erfolgt.

So findet man also eine Kolonie
Es war im August 2006 als es eigentlich ein gemütlicher Lagerfeuer-Abend werden sollte. Beim Zusammensammeln des kleingehackten Brennholz fiel mir eine Arbeiterin auf, die gerade eine Puppe spazieren trug. Bei näherer Betrachtung fiel mir auf, dass in diesem Holzstück wohl eine Ameisenkolonie wohnen musste. An der Bruchtstelle des Holzstücks waren noch deutlich Kammern und Gänge zu erkennen. Eine Suche nach dem anderen Holzstück, in dem wohl auch ein Teil des Nests war, blieb erfolglos. Vermutlich wurde es schon von den Flammen dahingerafft.

Den Rest der Kolonie wollte ich aber nicht einfachso liegenlassen sondern nahm das Stück Holz mit nach Hause... ungewiss, wieviele Ameisen überhaupt noch im Nest waren und ob eine Königin dabei war. Schnell wurde ein YTong fertig gemacht und eine Nacht später waren sie schon umgezogen. Meine Zählung ergab etwa 50 Ameisen. Das überraschende war die Anzahl der Königinnen. Ganze 13 waren zu sehen. Es musste wohl eine recht große Kolonie gewesen sein, bevor ihr Nest der Axt zum Opfer gefallen ist.

Entwicklung?! Alles verlief soweit normal... die Winterruhe wurde im Kühlschrank verbracht. Zu der Zeit waren es etwa 80 Ameisen. Im folgenden Jahr wuchs die Kolonie weiter. Sie hatte einen gehörigen Hunger auf tote Insekten. Schnell verputzten sie alles, was ich ihnen servierte. Honig und anderer Süßkram interessierte sie weniger, ab und an wurde mal vom Honig geschlürft. Einen Ansturm wie auf Insekten konnte ich aber nie beobachten.
Ende des Jahres waren die Grenzen des YTong-Nests fast erreicht. Schwer zu sagen, wieviele Ameisen es waren.. 300? 500? Irgendwas dazwischen wahrscheinlich. Für 2008 muss ich ihnen wohl dringend ein neues Nest basteln.
Pech in Winterruhe... Leider taugen Schrauben alleine nicht um die Scheibe wirklich gut am YTong-Nest zu halten, so dass die Scheibe sich während der WInterruhe gelöst hat. Ziemlich dumme Sache. Die Ameisen sind trotz eisiger Temperaturen umgezogen. Sie wohnen jetzt nicht mehr im YTong, sondern darunter. Ein neues Nest ist schon in Arbeit. Werde sie dann wohl in 2 Wochen, also Mitte März, aus der Winterruhe holen und umziehen lassen.
unter dem YTong
an YTong Unterseite
erstes Futter im neuen Jahr

Neues Jahr! neues Glück?

Die Winterruhe ist vorbei. Trotz vieler Probleme hat die Kolonie gut überlebt. Lustig, wie ausgehungert sie sich auf die erste Mahlzeit stürzen. Das neue Gipsnest ist mitterweile auch fertig. Noch ist der Umzug nicht komplett abgeschlossen. Ein paar Tierchen machen es sich immernoch unter dem YTong gemütlich.
Gipsnest
Nahaufnahme Nest
etwa 1 Monat später
Eier- und Larvenhaufen
erstes Männchen

Der Sommer in seiner vollen Härte

Irgendwie scheint sich die Kolonie dieses Jahr nicht so besonders gut zu entwickeln. Es ist zwar immer Brut vorhanden, aber es werden bedenklich viele tote Ameisen aus dem Nest getragen. Teilweise ist die Bevölkerungszahl eher rückläufig. Woran es liegt kann ich nicht genau sagen. Ich vermute einfach mal, dass es an den hohen Temperaturen liegt. Dummerweise liegt meine Wohnung direkt unter dem Dach, was dazu führt, dass wir hier oben im Sommer selten Temperaturen unter 25°C haben. Wird es draussen wärmer müssen meine Ameisen hier drinnen auch mit 30°C zurecht kommmen. Während sich meine anderen Kolonien darüber freuen, scheint es für Myrmica rubra doch zu viel zu sein. Mal abwarten, was der Herbst bringt. Wenn das so weiter geht, muss ich die Kolonie wohl abgeben :(
Zu allem Überfluß fängt das Gipsnest auch noch an zu schimmeln. Ich habe noch ein kleines YTong Nest zur Verfügung gestellt. Allerdings können sich die Ameisen nicht recht entscheiden und pendeln immer zwischen beides Nestern.
YTong Nest im August
lecker Maden
Nesteinblick
Mitte September... Es wird langsam Herbst, die Temperaturen fallen. Während ich langsam wieder meine Jacke rauskrame, scheinen sich meine Myrmica rubra richtig wohl zu fühlen. In meinem Zimmer ist es nun nie wärmer als 22°C was ihnen ganz gut bekommt und ich endlich wieder das Gefühl habe, dass die Kolonie größer wird. Anzeichen für eine bevorstehende Winterruhe sucht man bei ihnen vergebens. Ordentlich Brut und mehrere Eierhaufen im Nest.

Neues Jahr ... 2009

Am Anfang der Winterruhe sind sie dann endgültig in das alte YTong Nest zurückgezogen und haben dort auch die Winterruhe erfolgreich verbracht. Im neuen Jahr starten sie gleich gut durch. Anfang Mai sind dann um die 10 Männchen geschlüpft. Aber auch neue Arbeiterinnen sind am Start. Ein Blick zurück wundert mich etwas. Vergleicht man mal die Nest-Bilder von August letzten Jahres mit den aktuellen so sieht es so aus, als ob die Kolonie kleiner wird. Ist schwer zu beurteilen. So richtig schlau werde ich aus dieser Kolonie nicht.
Nest im Mai
Brut
mehr Brut
Männchen

Schwarmflug?

Könnte man meinen. Jedenfalls so etwas in der Art gab es dann Anfang Juli. Begeleitet von vielen Arbeiterinnen brach ein Teil der Männchen auf nach draußen und krabbelten wild an der Außenseite des Nests rum. Versuche wegzufliegen konnte ich nicht beobachten. Dafür machten sich die Männchen verzweifelt über die Arbeiterinnen her und versuchten diese zu begatten. Den Arbeiterinnen war das wohl nicht so recht und teilweise fingen sie dann an die Männchen zu zerlegen. Interessant war, dass auch 2 entflügelte Königinnen draußen unterwegs waren. Ein besonderes Interesse der Männchen an den Königinnen konnte ich aber nicht entdecken. Nehme an, dass es sich bei den beiden eher um unbegattete Königinnen handelt, die nun eine Arbeiterinnen-Rolle übernommen haben.