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Pachnoda marginata



Der Kongo-Rosenkäfer. Wer grosse Reptilien hält, mag ihn vielleicht kennen. Öfters werden seine Larven als Reptilienfutter angeboten. Doch dafür sind sie viel zu schade. Die Larven sehen schon knuffig aus, aber die Käfer erst mit ihrer tollen Färbung. Wobei man unterscheiden muss. Von Pachnoda marginata gibt es verschiedene Unterarten die sich jeweils in der Färbung der Vorderflügel und des Schildchens unterscheiden. Ich halte Pachnoda marginata peregrina. Früher hiess es noch Pachnoda butana, unter welchen Namen auch heute noch Larven verkauft werden. Korrekt ist aber die Bezeichnung als Unterart.
Viel brauchen die Käfer nicht zum Leben. Warm genug sollte es sein. Nicht unter 20°C .. am besten so um die 26°C. Aber auch Temperaturen bis 35°C halten sie aus. Genauso wichtig wie die Wärme ist die Helligkeit. Erst dann werden sie aktiv. Sie klettern dann gerne auf höher gelegene Äste um sich ausgiebig in Gruppen zu sonnen.
Vom Futter her sind die sehr genügsam. Futtern gerne Obst wie Apfel oder Bananen, nehmen auch Gemüse wie Paprika. Blütenblätter gehören in ihrer Heimat dem Kongo wohl zu ihren Spezialitäten, habe ich in der Haltung aber noch nicht probiert.
Ein paar Käfer
eine L2 Larve
zwei L3 Larven in unterschiedlichen Grössen. Die obere sollte sich bald verpuppen
Hat ein Weibchen nach der Paarung bis zu drei Eier in der Boden gelegt, schlüpfen nach etwa 1 Monat die ersten Larven, welche sich in den nächsten 3 Monaten 2 mal häuten und anschliessend verpuppen. Nach 2 weiteren Monaten schlüpft dann der fertige Käfer, welcher weitere 5-7 Monate leben kann. Weibchen länger als Männchen. Wie immer sind die Entwicklungszeiten grobe Richtwerte und sehr Temperatur-abhängig. Ein weiterer Faktor ist das Nahrungsangebot der Larven. Diese leben im Substrat und ernähren sich dort von weissfaulem Holz und angegammelten Blättern. Gerne naschen sie auch von unten am Obst, dass man für die Käfer ausgelegt hat. Lustig ist es immer mit anzusehen wie ein Stück Apfel langsam im Substrat versinkt, weil die Larven sich von unten zu schaffen machen. Somit ist die Aufzucht eigentlich relativ einfach, wenn man eine geeignete Zusammensetzung des Substrats berücktsichtigt. Wichtig ist auch die die Höhe. Zwar wachsen die Larven auch prima in nicht so hohen Substrat... doch werden die Weibchen leichter zur Eiablage stimuliert, wenn das Substrat mindestens 10cm tief ist.
Käfer mit Eiern
An geeignetes Substrat ist auch nicht sonderlich schwierig und vor allem sehr billig. Es reicht einmal in den Wald zu gehen und dort ein Haufen weissfaules Holz und etwas Laub aus der Humusschicht mitzunehmen. Alles gut zerkleinern und mit etwas Torf oder anderer Erde mischen und man hat ein prima Substrat. Da man den Hauptteil des Subtrats der Natur entnimmt, kommt noch ein anderer Faktor hinzu. Man schleppt sich ein Haufen anderer Lebewesen mit ein. Milben und Springschwänze wird man nie wieder los. Asseln, Hundert- und Tausendfüsser sind auch öfters dabei. Im Holz sind andere Käferlarven versteckt und in der Erde tummeln sich Regenwürmer. Ob sie stören? Muss jeder für sich selbst beantworten. Sie schaffen ein eigenes Mikroklima, welches Schimmelpilzen das wachsen erschwert und so für eine sauberers Terrarium sorgen ... anderseits mag es auch manche Leute von der Optik stören, wenn mal eine Assel durch das Bild huscht. Ich für meinen Teil freu mich meistens, wenn eine Herde Springschwänze den Berg runter rollt. Macht das ganze dann doch etwas natürlicher. Ab und an schleppt man sich auch mal ganz seltsame Gäste mit ein. Bei meiner letzten Ladung aus dem Wald habe ich wohl eine Ameisenkolonie mit eingeschleppt. Dabei handelt es sich wohl um eine Temnothorax sp. welche eher klein sind und auch Kolonie von maximal 100 Tieren bilden ... ob eine Königin dabei ist weiss ich nicht, bin jedoch mal gespannt wie es weiter geht.

Geschlechtsunterschiede ... zum Abschluss noch ein kleines Bild um die Geschlechtsbestimmung bei Pachnoda marginata zu vereinfachen. Das Männchen hat eine Langsfurche auf dem Hinterleib, welche dem Weibchen fehlt. Dies ist auf dem Bild unten deutlich zu erkennen. Links das Weibchen, rechts das Männchen.

Abschliessend kann man sagen, dass es eine sehr einfach zu haltende Art ist, die viel Freude bereiten kann. Das einzige, an das man sich vielleicht gewöhnen muss, sind die Flugversuche. Gerade bei viel Wärme und Licht wollen sich die Käfer gerne in die Luft erheben, was ähnlich laut ist wie bei Maikäfern. Besonders bei klein bemessenen Terrarien, aber auch in etwas grösseren sind die Glasscheiben ein Problem, da Sie schnell und gern dagegen fliegen. Wer Angst hat, dass die Käfer flink aus dem Terrarium fliegt, weil man es für die täglichen Arbeiten gerade offen stehen hat, den kann ich beruhigen. Sie wackeln erst langsam rum bevor sie ihre Flügel ausbreiten und losfliegen ... so hat man genügend Zeit zum reagieren.