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Drosophila

oder besser bekannt als Frucht- oder Essigfliege. Jeder kennt sie wohl, wenn im Sommer Obst in der Küche steht. Auch die Genetiker unter euch dürften Drosophila melanogaster als beliebtes Forschungsobjekt kennen. Aber auch als Futtertier sind diese kleinen Flieger gut zu gebrauchen.
Im Handel gibts es eigentlich 2 verschiedene Drosophila-Arten zu kaufen. D. melanogaster und D. hydei. Dabei ist erstere mit etwa 2-3mm kleiner als hydei mit 3-4mm. In der Zucht unterscheiden sie bis auf die Entwicklungszeiten nicht. Bei der kleinen Art dauert es vom Ei zur Fliege 9-14 Tage. Bei der großen Art sind es dann schon etwa 3 Wochen. Vorraussetzung für die Zucht sind ein paar Fliegen, welche man im gut sortieren Terraristik Fachhandel bekommt.
Doch wie kriegt man sie aus der Dose raus? Zum Glück handelt es sich dabei immer um flugunfähige Fliege, was das Handling enorm erleichtert. So muss man beim Öffnen der Dose keine Angst haben, dass alle Fliegen sofort davon schwirren. Aber auch wenn sie nicht fliegen können, sind sie doch recht gut bei Fuss. Je nach Grösse des Behälters muss man schon schnell beim Öffnen und Schliessen sein, damit nicht allzu viele heraus krabbeln. Ein guter Trick ist, die Dose erst mal gut durchzuklopfen, damit alle Fliegen nach unten auf den Boden fallen, was einem ein paar wertvolle Sekunden bringt. Nun kann man die gewünschte Menge herausklopfen, wieder ordentlich schütteln und schnell den Deckel drauf. So kommt es fast nicht mehr zu Ausreissern ... fast nicht? Naja, gerade bei vollen Dose bleibt es nunmal nicht aus, dass sich die ein oder andere Drosophila aus dem Staub macht. Aber wen störts ? Die heimische Spinnenpopulation bleibt so immer gut versorgt.

2 verschiedene Gläser
Puppen und Larven
Fliegen
Wer frisst denn alles Drosophilas? Vorweg, bisher habe ich nur die grosse Art: D. Hydei gezüchtet und verfüttert. An den kleinen ist ja kaum was dran, so dass diese sich als Futter für grössere Tiere nicht so ganz lohnen. Hauptsächlich werden sie an meine Gottesanbeterinnen verfüttert, die diese dankend annehmen. Aber auch meine Fische (Keilfleckbärblinge) bekommen sie gelegentlich und freuen sich drüber. Als Ameisenfutter habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Manche Kolonie nehmen sie sehr gerne an, wie z.b. meine Messor, die sehr wählerisch sind, was das tierische Futter angeht. Andere garnicht... das mache ich aber weniger von der Art abhängig, sondern liegt es wohl an der Kolonie. So, hat eine Kolonie Lasius niger sich immer sofort auf die Drosophilas gestürtzt, eine andere liess sie links liegen. Soviel zu meiner Erfahrung. Ein Freund verfüttert sie an seine Geckos und gerade bei den Dendrobaten-haltern sind Drosophilas doch das Hauptfutter für deren Pfeilgiftfrösche.
Zutaten
Haferflocken
Zucht: Kommen wir zum wichtigsten Teil. Wie schon erwähnt ist die Zucht denkbar einfach. Folgende Sachen werden benötigt:
  • Gefäss, 500 bis 1000ml
  • 20-40 Drosophilas, je nach Grösse des Gefäss
  • Abdeckung: Deckel mit Gaze, Küchentuch und Gummi, alter Damenstrumpf
  • Zeitung, Eierpappe, Holzwolle
  • Haferflocken
  • Essig, Apfelessig
  • Hefe
  • (Banane,Apfelmus)
  • Dabei ist das ganze recht allgemein gehalten. Es gibt nicht DAS Rezept, sondern sehr viele verschiedene Möglichkeiten, von denen jeder selbst ausprobieren muss, was für ihn am besten funktioniert. Als Gefäss kann man alte Gurken- oder Einmachgläser nehmen. Grösse sollte so 500 bis 1000ml sein. So haben die Becher eine angenehme Grösse und bieten trotzdem noch genug Platz um ordentlich Fliegen zu produzieren. Die Behälter müssen dann so verschlossen werden, dass sie gut belüftet sind aber keine Fliegen raus kommen. Am einfachsten ist ein Stück Küchentuch und ein Gummi, was jedoch die Handhabung etwas komplizierter macht, da es beim Entnehmen der Drosophilas immer etwas dauert, bis man das ganze wieder verschlossen hat. Ein alter Damenstrumpf oder ein Deckel mit Gaze gehen da schon schneller.
    Essig
    Wasser
    Hefe
    Das wichtigste ist der Futterbrei. Zuerst wird etwa 2-3cm hoch Haferflocken eingefüllt. Anschliessend kommt etwas Essig hinzu. Etwa 1 Esslöffel... ungefähr so, dass man Essig riecht, aber nicht störend wirkt, wenn man seine Nase direkt drüber hält. Noch etwas Hefe dazu und mit Wasser so weit auffüllen, dass es gut feucht ist aber nicht zu flüssig. Es darf weder austrocknen, noch darf es runterlaufen, wenn man den Becher auf den Kopf stellt. Hier ist etwas Übung und Fingerspitzengefühl gefragt. Die Hefe ist wichtig um Schimmel vorzubeugen. Dadurch dass sich die Hefe im Futterbrei gut vermehrt, nimmt sie Schimmel den Lebensraum weg, zudem dient die Hefe auch als Nahrung für die frisch geschlüpften Drosophila-Larven.
    Zum Schluss kommt noch irgendetwas rein um den Rest des Gefäss zu füllen. Damit die Fliegen auch etwas zum draufsetzen und kopulieren haben, kann man noch geknüllte Zeitung, Teile von Eierschachteln oder Holzwolle reingeben. Wobei Holzwolle bei mir deutlich die besten Erfolge lieferte. Wahrscheinlich haben sie so mehr Platz zum Kopulieren, als mit zerknüllter Zeitung, was sich in einem stark verstärkten Bevölkerungswachstum äussert. Jetzt fehlt nurnoch eins: Deckel drauf und fertig ist unser Zuchtansatz!
    Holzwolle
    Drosophilas
    Fertig!
    Oft hört man auch von Banane oder Apfelmus, was in den Futterbrei gemischt wird, damit die Drosophilas ein paar mehr Vitamine abbekommen. Ich habe auch ohne gute Erfahrungen gemacht. Um nicht zu sagen bessere! Mit Apfelmus/Banane fängt es bei mir viel schneller an zu schimmeln, weshalb ich darauf verzichte.