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Bau einer Aquarienrückwand



Eine neue Idee war geboren worden: das alte 100x40x50 Aquarium aus dem Keller holen, wieder flott machen und unter anderem rote Mangrovenkrabben drin zu halten. Da diese Krabbe einen ordentlichen Landteil brauchen und es zu dem auch schick aussieht, haben wir uns überlegt, selber eine Rückwand zu basteln. Der Plan war schnell gemacht. Einen kleinen Wasserfall sollte es geben. Ordentlich Landteil der zum Teil mit Erde gefüllt werden sollte und die ganzen Schläuche und Heizung sollte schön hinter der Wand versteckt werden. Also im Baumarkt Styropor, Styropor-kleber und Zement gekauft(10-15eu). Im Künstlerladen noch Pigmentfarbe auf Eisenoxid-Basis(etwa 2eu) und im Internet Epoxidharz, was mit etwa 15eu wohl den Löwenanteil ausgemacht hat. Aber gerade bei einem Aquarium sollte man auf eine gute Versiegelung achten.
Anschliessend wurden das Styropor grob zurecht geschnitten und mit Zahnstochern und Styropor-Kleber in Form gebracht. Nachdem alles gut getrocknet war wurde mit einem Messer am Styropor rumgeschabt um ihm ein etwas gröberes, felsiges Aussehen zu geben ... dabei gabs ordentlich Cappuccino zum Trinken ;)

zusammen geklebt
halb bearbeitet
fertig bearbeitet
Nachdem die Rückwand also ihre endgültige Form erreicht hatte ging es ans Anstreichen. Dazu wurde Zement mit Wasser und Pigmentfarbe gemischt und aufgepinselt. Das ganze sollte man 3 bis 4 mal wiederholen, damit sich auch eine ordentlich dicke Schicht ergibt. Zu meinem Leidwesen mussten wir feststellen, dass die Idee Pigmentfarbe mit Zement doch nicht so gut war, da sich nach dem Trocknen immer graue Flecken bildeten. Später erfuhr ich, dass es sich dabei um Zementhaut(?? oder Milch, korrekte bezeichnung fällt mir gerade nicht mehr ein) handelt. Jedenfalls tritt das auf, wenn die Zementschicht zu dünn ist. Das gesamte Auftragen dauerte etwa 4 Tage, da man die Rückwand nach jedem neuen Anstrich einen ganzen Tag trocknen muss. Dementsprechend war das Ergebnis sehr frustierend. Also wurde noch ein letztes Mal mit nur Pigmentfarbe und Wasser angestrichen, was ein deutlich besseres Resultat lieferte. Noch einen Tag trocken und wir machten uns an den schwierigsten Teil :
Epoxidharz... ein fieses Zeug. Es ist ein Kunststoff, welcher durch das Mischen eines Harz und eines Härters entsteht. Harz und Härter sind beides flüssige Stoffe, die für sich alleine genommen entweder giftig, reizend oder irgendwie anders ungeniessbar sind... in jedem Fall nix, was man seinen Tieren antuen möchte. Kommen diese beiden Flüssigkeiten zusammen entsteht ein wirklich harter Kunststoff der Lebensmittel-echt ist und somit keinerlei Gefahr für Mensch und Tier darstellt. Vorraussetzung ist das richtige Mischungsverhältnis zwischen Harz und Härter. Wird dieses nicht korrekt eingehalten, so härtet das ganze nicht richtig aus und es bleibt eine klebrige Wand zurück, die noch die giftigen Eigenschaften der Einzelkomponenten besitzt. Daher sollte man beim Mischen auch nicht einfach einen Messbecher aus der Küche nehmen sondern mit einer genauen Waage auf das Gramm genau abwiegen. Je grösser die zu mischende Menge desto genauer lässt sich abwiegen. Zu Bedenken ist, dass man Pinsel als auch Behälter nicht wieder sauber kriegt und somit wegschmeissen muss... sollte man vielleicht bedenken, bevor man das ganze in Mutters wertvollem Porzelan anrührt.
Einmal zusammengerührt, hat man etwa eine Stunde um die Rückwand anzupinseln. Ich hab das in 2 Schritten gemacht: einmal vorne, einmal hinten. Ein weiterer Nachteil ist, dass getrocknetes Epoxidharz glänzt. Zumindest der Teil über Wasser ... unter Wasser gibt es das nicht. Aus diesem Grund habe ich den Landteil noch gut mit Sand bestreut, welcher super in dem Epoxidharz kleben bleibt, wodurch sich eine noch natürlichere Oberfläche bildet.

andere Perspektive
erster Anstrich
getrocknet :(
Endlich war die Rückwand fertig. Super Farbe und alles total ungefährlich und gut versiegelt dank Epoxidharz. So konnten keine giftigen Stoffe ins Wasser kommen und auch der Zement veränderte die Wasserqualität nicht. Also ging es an den Einbau. Hierfür wurde die Rückwand grossflächig mit Aquariensilikon bestrichen und an die Wand des Aquariums geklebt. Anschliessend wurden alte PET-Flaschen dazwischen geklemmt, um die Rückwand auch gut anzupressen.

letzter Anstrich
ins Aqua eingeklebt
Wasser eingefüllt
Nachdem auch das gut getrocknet war, wurde Wasser eingefüllt. Später gabs dann die ersten Pflanzen und nach 2 Wochen kamen dann die ersten Tiere rein. Wie das so ist ist natürlich alles mit der Zeit stark zugewuchert... aber sieht doch trotzdem nett aus ;)

erste Pflanzen
mit Besatz
zugewuchert