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Spanien (Oktober 2008)
Cordoba
Erster Stop war Cordoba. Eine wirklich schöne Stadt, die sich nicht so ganz entscheiden kann, ob sie spanisch sein soll oder arabisch. Neben vielen arabisch geprägten Häusern zeigt sich das auch in Cordobas Hauptattraktion: der Mezquita. Eine Moschee die zur Kathedrale umgebaut wurde. Ausser der Architektur findet man natürlich auch andere interessante Dinge auf Cordobas Strassen, wie z.B. winzig kleine Pheidole sp. die man bei genauem Hinschauen fast überall entdecken konnte. Sogar im Bad unseres Hostels.
Sierra Morena
Nach ein paar Tagen wird auch die schönste Stadt langweilig, weshalb wir uns in die Berge verzogen. Wo Cordoba im Norden aufhört fängt die Sierra Morena an. Ein Mittelgebirge, an dessen Hängen viele Olivenplantagen bewirtschaftet werden. Wir hatten das Glück den Rest der Zeit in einer gemütlichen Ferienwohnung zu verbringen mit einem tollen Blick auf relativ unberührte Natur ohne Olivenbäume.
Eines Tages fanden wir auch einen kleinen Gecko der sich auf der Strasse sonnte und nur ab und zu verscheucht wurde, wenn ihm ein paar Messor zu nahe kamen. Wie schon in Cordoba waren auch hier die Aphaenogaster überall. Durch die Strassenbildung waren die Messor zwar um einiges eindrucksvoller und leichter zu entdecken. Bei genauem hinschauen konnte man aber immer irgendwo ein paar Aphaenogaster entdecken. Interessant war auch das Vorkommen einer recht dunkel gefärbten Camponotus Art, die man zwar selten an der Oberfläche war, aber deren Nestdichte noch über der von Messor lag. Wurde die Gegend etwas waldiger so konnte man auch viele Crematogaster scutellaris sehen, die vornehmlich in alten toten Bäumen nisteten. Oft teilten sie sich auch einen Stamm mit Termiten, welche man auch sehr häufig finden konnte.
Neben den Gottesanbeterinnen haben mich auch die gelben Camponotus pilicornis sehr beindruckt. Eine wirklich wunderschöne Art, bei der die Farbe auf Fotos irgendwie nicht so recht zur Geltung kommen mag. Dreht man einen Stein um, so konnte man auf Pheidole sp. stossen, die sich im Übrigen auch in Ritzen unseres Ferienhauses heimisch fühlten. Ausser Pheidole war auch eine andere Crematogaster Art sowie Plagiolepis sp. öfters anzutreffen.
Aber nicht nur Ameisen fühlen sich unter Steinen wohl. Neben Käfer, Asseln und anderen Kleintieren gab es auch ein paar besonders interessante Exemplare.
Große, schön gefärbte Hundertfüßer zählen wohl eindeutig darunter, genauso wie die Skorpione. Eher seltsam dagegen fand ich diese langen dünnen fast wurmartigen Hundertfüsser. Teilweise gab es Exemplare mit bis zu 20cm Länge.
Da ein kleiner Stausee ganz in der Nähe war, kamen auch ab und zu ein paar Libellen zu Besuch.
Am Waldrand konnte man auch oft Gottesanbeterinnen finden. Auch wenn sie meist gut getarnt waren, verrieten sie sich durch ihr Rumgehüpfe, wenn man an nahe Äste oder Grashalme gekommen ist.
Geht man etwas weiter so wird aus dem Wald eine etwas kargere Landschaft. Hier findet man dann auch ein paar Cataglyphis, die sich zum Teil mit sehr hoher Geschwindigkeit bewegen, was das schießen guter Fotos unheimlich erschwert. Aber mit Geduld klappt alles. Besonders interessant fand ich eine eher kleine Cataglyphis Art, deren Kopf und Thorax orange bis rot gefärbt war und der Gaster schwarz. Halbwegs anständige Bilder sind mir nur an einem etwas kälteren Tag gelungen. Wenn es wärmer war haben sie ihren Gaster komplett über den Thorax geklappt und sind mit affenartiger Geschwindigkeit durch die Landschaft gehetzt. SchwarmflugEigentlich hatten wir die ganze Zeit nur schönes Wetter und Sonnenschein ... war ja klar, dass es nicht immer so bleiben konnte. Und so fing es dann an einem Morgen heftig an zu stürmen und zu regnen.Während in der Strasse von Gibraltar 2 Frachter kenterten und in Madrid Wohnungen überflutet wurden verirrten sich bei uns 2 Ameisen Männchen in die Wohnung. Gegen Mittag hört es dann auch auf zu regnen und die Sonne kam wieder raus... genug rumgesessen ... Zeit für Schwarmflug. Schon auf den ersten Metern begegnete uns das erste Messor-Pärchen bei dem sich das Männchen abmühte um das Weibchen zu begatten... leider vergeblich ... beim Hochzeitsflug ist der Königin ihre Gaster verloren gegangen. Sonstiges |