Nur zu Hause Insekten anschauen wird auf die Dauer auch langweilig. Im Winter findet man vor der Tür auch nicht viel zum beobachten. Also was tun? Freundin eingepackt um im Zoo Insekten zu suchen. Eins vorweg: für jemand, der in der Nähe von Stuttgart wohnt sollte die Wilhelma eine Pflichtbesuch werden. Sehr schöner Zoo. Kaum angekommen, war das Kleintierhaus die erste Station. Neben kleinen Säugetieren und Vögeln, gab es hier auch die erste Begegnung mit Ameisen, die den Vögeln die Mehlwürmer aus dem Futternapf klauten ... diesen Ameisen sollten wir später noch einmal begegnen.
Insektarium
Für mich das Hightlight bei diesem Besuch. Natürlich gab es hier auch viele der üblichen Verdächtigen aus der Terraristik: Wandelnde Blätter (Phyllium celebicum), Gottesanbeterinnen (Sphodromantis lineola), Madagaskar-Fauchschaben, Raubwanzen, Riesentausendfüsser (A. gigas), Geißelspinne, Vogelspinnen, Kaiserskorpion (Pandinus imperator), sowie bekannte Futtertiere : Mehlkäfer und Wachsmaden. Aber auch an mir unbekannten Sachen gab es ein paar nette Gesellen. Eine etwa 20cm lange Riesenstabschrecke (Eurycnema goliath), Speckkäfer und sehr schöne Grabwespen. Besonders das Terrarium der Speckkäfer ist interessant. Dort wimmelte es nur von Skeletten von Kleinsäugern sowie einem recht großen Schädel ... das ist wirklich EatenByInsects!! Aber auch die Grabwespen verdienen erhöhte Aufmerksamkeit. Besonders Ameisenfreunde werden diese schön schillernden Wespen sehr interessant finden, da sich die Ameisen schließlich aus solchen Tieren entwickelt haben. Nicht zu vergessen ist auch die Bienenkolonie, bei der man schön in das Nest reinschauen konnte.
Blattschneiderameisen (Acromyrmex sp.)
Sehr interessant war auch die Kolonie Blattschneiderameisen, welche dort ausgestellt ist. Man kann den Arbeiterinnen schön beim Blätter schneiden zuschauen und hat auch Einblick in die Pilzkammer. Wirklich sehr schöne Tiere.
Schmetterlingshaus
Auch zum Insektarium gehört das Schmetterlingshaus, in dem man freifliegende Schmetterlinge beobachten kann. Darunter zum Teil wirklich sehr große Exemplare, welche sich aber leider nicht fotografieren lassen wollten.
Weiter gehts ins Aquarium. Hier gibt es sehr viele schöne Fische aus Süß- und Meerwasser. Ausserdem noch andere Wasserlebewesen wie Schildkröten, Quallen, Krabben, Korallen und Seepferdchen. Sehr schön ist auch, dass man nicht nur exotische Tiere antrifft, sondern auch Fische aus heimischen Gewässern. Darunter auch den Wels, welcher schon eine sehr eigentümliche Erscheinung ist.
Angeschlossen an das Aquarium ist das Terrarium, wo es viele Amphibien und Reptilien zu beobachten gibt. Interessant ist, dass man auch hier wieder auf die selben Ameisen stößt, die auch im Kleintierhaus die Mehlwürmer geklaut haben.
Natürlich gibt es auch die üblichen Zoo-Tiere wie Giraffen, Elefanten, Zebras und Affen. Jeder darf seine Meinung dazu haben, aber solche Tiere in Käfige zu sperren ... naja ... Als Kontrast zu den Käfigtieren gab es noch freilebende Gelbnackenamazonen. Irgendwie ist 1984 eine freilebende Gelbnackenamazone aufgetaucht, welche vermutlich aus Privathaltung entkommen ist. Damit der Papagei nicht so einsam ist, haben die Pfleger aus dem Zoo ein weiteres Tier freigelassen. Aus diesen beiden hat sich mittlerweile eine Population von 30 bis 40 Tieren entwickelt, welche sich (auch im Winter) in der Gegend um den Zoo und dem anliegenden Park tummeln. Von diesen haben wir 3 Tiere zu Gesicht gekriegt, die grad ein wenig eine Tanne zerpflückt haben.